Netzentgelte
Netzentgelte sind die Entgelte für die Nutzung des Stromnetzes. Sie bestehen meist aus Arbeits- und Leistungspreis, dazu kommen Entgelte für Messung und Messstellenbetrieb sowie weitere Umlagen.
Wie funktioniert es?
Netzentgelte werden jährlich von den Netzbetreibern auf Basis ihrer Kostenstrukturen kalkuliert und von der Bundesnetzagentur genehmigt. Sie variieren stark nach Spannungsebene, Region und Verbrauchsprofil. Für RLM-Kunden setzen sie sich aus einem Arbeitspreis (€/kWh) und einem Leistungspreis (€/kW × Jahresspitze) zusammen.
Ein Betrieb mit 3 GWh Jahresverbrauch, 600 kW Spitze und 130 €/kW Leistungspreis zahlt allein für die Leistung 78.000 €. Hinzu kommt der Arbeitspreis von ca. 3 ct/kWh = 90.000 € — gesamt 168.000 € Netzentgelt pro Jahr.
Für wen relevant?
Alle Stromverbraucher. Für Industrie und Gewerbe machen Netzentgelte typisch 20–35 % der Gesamtstromkosten aus — Tendenz steigend durch Netzausbau und Reformen wie AgNES.
Häufige Fragen
Netzentgelte gezielt senken
Wir prüfen alle Hebel: atypische Netznutzung, individuelle Netzentgelte, Peak Shaving und Spannungsebene.
Potenzialanalyse anfragenVerwandte Begriffe
Leistungspreis
Der Leistungspreis ist der Teil des Netzentgelts, der mit der höchsten Viertelstundenleistung des Jahres multipliziert wird — und damit der größte Hebel zur Netzentgeltreduktion bei RLM-Kunden.
Atypische Netznutzung
Atypische Netznutzung nach § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV ermöglicht ein reduziertes Netzentgelt, wenn ein Verbraucher seine Höchstlast vorhersehbar außerhalb der Hochlastzeitfenster des Netzbetreibers bezieht.
Individuelle Netzentgelte (§ 19 Abs. 2 Satz 2 StromNEV)
Individuelle Netzentgelte nach § 19 Abs. 2 Satz 2 StromNEV reduzieren das Netzentgelt für Großverbraucher mit besonders gleichmäßigem Stromverbrauch — bis zu 90 % auf den regulären Tarif.
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